Nadira wurde entführt!

Und zwar von Außerirdischen. Wir haben sogar ein Beweisfoto (siehe oben).

Für alle Leichtgläubigen, die jetzt Panik bekommen und denken: “ES GIBT SIE DOCH! ICH WUSSTE ES SCHON IMMER.”…

… seid beruhigt, das angebliche Beweisfoto ist ein KI-Fake, täuschend echt, aber eben ein Fake 🙂

Und doch, irgend etwas ist mit meiner geliebten Nadira, meinem post-pubertären Riesen-Welpi passiert. Man könnte meinen, sie wäre plötzlich erwachsen geworden. Sie schaut ganz anders aus der Wäsche, reckt den Kopf etwas nach oben und guckt dabei fast schon besorgt nach unten, in Richtung Welpe. Und irgendwie hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, ich hätte diesen Blick schon einmal gesehen und ich fragte mich die ganze Zeit “Wo?” und “Wann?“.

Und dann wurde es mir klar und schon schossen mir (mal wieder) die Tränen in die Augen, denn mir fiel dieses ikonische Bild ein, wo Smilla und Justin besorgt zu der kleinen Barbra hinabsahen, einem unserer Kooikerwelpen aus dem B-Wurf.

Smilla, Barbra und Jussie

Es ist fast so, als hätte jemand aus Smilla, Jussie und Nadira einen neuen Hund geschmiedet. Liebevoll bemüht um Quilla, ständig zu Spiel und Spaß bereit, aber sofort bei ihr, wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist.

Und wenn die Beiden dann richtig anfangen zu spielen, dann ist das fast wie ein Tanz. Die Bewegungen wirken nahezu ritualisiert, Abwehr folgt auf Angriff, dann eine Finte, ein Ausfall und so weiter und so fort. Nach einer Weile des Zusehens wird einem erst richtig klar, dass da ein acht Wochen alter Welpe mit einem ausgewachsenen Exemplar kämpft, dass da sechs Kilogramm Hund mit dem fünf- bis sechsfachen “kämpfen”.

Und doch, trotz des Gewichts- und Größenunterschieds herrscht ein Equilibrium, ein Gleichgewicht der Kräfte, denn das, was Quilla und Nadira da zeigen ist kein Kampf, es ist eine Choreografie. Klar, Nadira nimmt sich zurück und lässt Quilla immer wieder die Möglichkeit, einen “Sieg” davon zu tragen, nur um wenige Minuten später die kleine Maus auf den Rücken zu drehen, zart, sanft und nie mit roher Kraft.

All das geschieht seltsam leise. Es wird weder gebellt noch geknurrt, nur ab und zu hört man das collie-typische “Klapp-klapp”, wenn eine der Beiden Ober- und Unterkiefer zusammenschlägt, als Herausforderung an den Gegner: “Na los, komm doch!”

Sollte es doch mal zu heftig werden, halten Beide plötzlich inne, wie auf Kommando. Dann wird sich kurz beschnuppert, noch ein wenig die Schnute der jeweils anderen geleckt und dann geht es erst langsam und dann immer heftiger weiter.

Als Nadira in die Zahnung kam, gaben wir ihr jeden Abend eine gekühlte Möhre. Dann konnte sie ein wenig kauen und ihre Zähne kühlen. Nach einiger Zeit – die spitzen Welpen-Canini waren schon ausgefallen – fing sie dann an, mich anzuspielen. Wir waren allein in der Küche, nur Tina fungierte als Brillenhalter und innerhalb kürzester Zeit balgten wir auf dem Boden. Immer wieder hatte sie meine Ohren oder meine Nase, später meinen ganzen Kopf in ihrem Fang, doch nie bekam ich auch nur einen Kratzer. Natürlich versuchte ich, es ihr gleich zu tun und wir hatten einen Heidenspaß und ich viel Fell in meinem Mund.

Heute weiß ich, dass Nadira es mir, einem kommunikationsbehinderten, plumpen, haarlosen Affen gestattete, ihr als quasi Sparringspartner zu dienen. Sehe ich heute unseren beiden Collies zu, bin ich Nadira für das Vertrauen und den Spass unglaublich dankbar. Aber gleichzeitig versuche ich möglichst wenig daran zu denken, was ich für ein Sack voller Kartoffeln war im Gegensatz zu diesen grazilen Wesen.

Und so werde ich wohl nahezu jeden Abend die beste Unterhaltungssendung zu sehen bekommen, die es auf diesem Planeten gibt. Und vielleicht darf ich später ja auch mal ein bisschen mitmachen.

Macht es gut Ihr Lieben, bis bald, Euer haarloser, aber sehr glücklicher Affe, Salli

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